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Auf nach Andalusien - Motril ist unser Ziel

Nach einer Stunde Fahrt passieren wir Torredembara.

Hier entdecken wir über 2,5 Meilen von der Küste professionell aufgestellte Fischernetze, die wir durchqueren müssen.

Wind und wenig Welle lassen uns heute viel segeln.

Und unser Skipper hat auch bereits seine Angeln ausgeworfen.

Keine 3 Minuten dauert es und es zuckt bereits am Haken....

 

 

Ein Bonito soll heute unser Abendessen sein.

Also machen wir uns an die Arbeit.

Der Skipper nimmt den Fisch aus, der nautische Offizier filetiert ihn.

Ebro-Delta

Nach unseren ersten 60 Seemeilen, in Rauschfahrt, in denen wir fast ausschließlich gesegelt sind, gelangen wir abends ins Ebrodelta und  unser Anker fällt in der Nähe der Austernzucht, dem "Musclarium".

 

Unser Abendessen:

eine kleine, leckere Portion Thunfisch-Carpaccio hat uns der Bonito gebracht.

Noch etwas sardisches Brot dazu, fertig ist der Gaumenschmaus!

 Am nächsten Tag legen wir einen kleinen Ruhetag ein.

Naja fast, der nautische Offizier arbeitet ein wenig  den Blog auf und am frühen Nachmittag  schnappen wir uns unser Dinghy und fahren zum "Musclarium".

Hier lassen wir uns ein abwechslungsreiches und für jeden Geschmack passendes Degustationsmenü munden.

 

Es geht für uns nicht allzu spät ins Bett, denn unser nächstes Ziel sind morgen die "Columbretes", ein Naturpark zwischen Spaniens Festland auf Höhe des Ortes Castellón de la Plana und den Balearen.

Wir verlassen im Morgengrauen das Ebrodelta.

Les Columbretes

Die Inselgruppe  "Les Columbretes" ist wahrscheinlich nicht  jedem bekannt.

Uns bis vor einiger Zeit ebenfalls nicht und selbst  Spanier, die nur wenige Meilen entfernt auf dem Festland, beispielsweise in Castellón de la Plana leben, kennen diese Inseln nicht.

Es sind Inseln vulkanischen Ursprungs und auf Karten kaum zu erkennen, man muss schon direkt danach suchen.

Wir möchten hier in der Bucht der "Isla Grossa", über Nacht an einer der 10 ausgelegten Bojen festmachen.

Leider kann man diese nicht vorab  reservieren. Man fährt also eher auf gut Glück die ca. 30 Seemeilen von Castellón de la Plana, bzw. wie wir vom Ebrodelta ca. 43 Seemeilen,

Erst eine halbe Stunde vor Ankunft meldet man sich über Funk und erfragt, ob eine Boje frei ist.

Jetzt außerhalb der Saison hoffen wir, dass dies unproblematisch sein wird.

Und ja, es ist noch ausreichend Platz.

Nur ein weiteres Motorboot liegt in der hufeisenförmigen Bucht

Wir können uns eine Boje auswählen.

Später gesellen sich noch ein Katamaran und drei weitere Segelboote zu uns.

Wir versuchen, noch für heute Abend eine kurze, kostenlose Führung über die Insel zu reservieren, werden dann aber auf morgen früh vertröstet.

 

Kein Problem, so genießen wir einen ruhigen Abend mit spektakulärem Ausblick und dem  komischen Gefühl, im erloschenen Krater eines Vulkans zu übernachten.

 

Am nächsten Morgen fahren wir mit unserem Dinghy an die Anlegestelle und werden dort von der symphatischen Adele, unserer persönlichen Parkwächterin, die uns um die Insel führt, in Empfang genommen.

Welch Glück ist es bedeckt und die Sonne lässt sich heute noch etwas Zeit, denn bei unserer kleinen Wanderung Richtung Leuchtturm können wir uns gut vorstellen, wie schweißtreibend dieser steile Aufstieg wohl zu fortgeschrittener Stunde sein wird.

Adele erzählt uns von der Tier- und Pflanzenwelt, die sich hier auf den Inseln, isoliert vom Festland und den schwierigen Umweltbedingungen entwickeln konnten und auch von den Schmugglern und Piraten, die hier früher  auf diesem Archipel Zuflucht suchten.

Im 19. Jahrhundert wurde die Insel dann in Brand gesteckt, um so die giftigen Schlangen, die dort lebten, zu vernichten.

Nach einer guten Stunde verabschieden wir uns von Adele und bedanken uns für die ausführlichen Informationen.

Am frühen Nachmittag lässt sich dann auch die Sonne wieder blicken, wir lösen uns von der Boje und legen noch einen kleinen Stop an der Insel "La Ferrara" ein.

 

Dann machen wir uns auf den Weg Richtung Castellón de la Plana.

Auch unser Gennaker kann heute mal ein wenig frische Luft schnuppern.

Einen  weiteren Zwischenstop legen wir aufgrund des bevorstehenden starken Windes in Valencia ein, bevor es dann Richtung Denia geht.

 

Denia

Dort bleiben wir für 2 Nächte in der Marina de Denia, ein wirklich sehr schöner Hafen mit einem Hauch von Luxus.

Abgeschlossene, breite Anlegestege,  viele Restaurants und Bars, Chill-out Lounges mit Blick auf das Meer...

Und nicht nur die haben Blick auf das Meer, selbst die sanitären Anlagen sind mit einem solchen Blick  ausgestattet.

Ein guter Anlaufpunkt, um von hier aus Richtung Balearen zu starten, denn die sind nur etwa 55 Seemeilen entfernt.

Cap d'Or

Unser Törn führt uns weiter die Küste entlang und wir machen uns an einer Boje in der Bucht "Cap d' Or" bei Moraira fest.

Hier sind wir nicht die einzigen, die sich vor dem kommenden Ostwind in der Nacht in Sicherheit bringen wollen.

 

Der Skipper prüft den Zustand der Boje...

... und der nautische Offizier "verfeinert" unsere Beibootauflagen.

Nun können sie an Deck nicht mehr verrutschen.

 

In der Nacht ziehen  starke Gewitter auf.

Unsere LA PRIMERA zerrt, wie auch alle anderen  Schiffe hier in der Bucht, an der Boje und die Wellen  lassen sie tanzen.

Um die vorgezogen Spitze der Bucht, die uns eigentlich Schutz bieten sollte, drückt uns der Ostwind scheinbar eine abgelenkte kräftige Welle aus Süd rein.

Nach einer fast schlaflosen Nacht beobachten wir die anderen Segler, ob sie sich auf das offene Meer wagen und weitersegeln.

Niemenad möchte so richtig los.

Von weitem sind große Wellen zu sehen, die sich bereits brechen.

Aber dann fassen auch wir den Mut und segeln weiter Kurs Südwest.

Eine Regatta, die hier etwas zeitverzögert ausgetragen wird, ist uns auf den Fersen...

... und zieht dann aber schon bald an uns vorbei.

Wider Erwarten wird dies ein guter Segeltag mit passendem Wind.

 

Wir passieren Benidorm und stellen fest, dass das Hochhaus, welches wie ein riesiges "M" aussieht, nun auch fertiggestellt wurde.

Übrigens ist dies kein Hotel, wie man denken könnte, sondern ein Wohnhaus.

Villajoyosa

Wir haben uns Im Hafen von Villajoyosa, einer symphatischen, kleinen Stadt mit vielen bunten Häusern angemeldet, denn bis zu unserem heutigen angedachten Ziel  Santa Pola werden wir es nicht mehr schaffen.

Caleta del Estacio - Mar Menor

Gleich morgens starten wir Richtung Mar Menor. Knapp 55 Seemeilen.

Hier werden wir aber nicht hineinfahren, sondern nur geschützt vor dem Ostwind vorne in der "Caleta del Estacio" ankern. So können wir morgen früh unsere Fahrt zeitig wieder fortsetzen, ohne auf die Öffnung der Brücke abzuwarten , die ins Mar  Menor führt.

 

Wir haben eine gute Reisegeschwindigkeit, durchschnittlich fahren wir heute 6 Knoten und haben teilweise über 9 Knoten Fahrt drauf.

Als wir das letzte Mal hier waren, sorgte die Kombination aus 'Gota fría' (stark einsetzende Regenfälle nach Temperatursturz) und das Abfließen der Düngemittel von landwirtschaftlichen Betrieben in der Nähe dafür, dass es zu einem großen Fischsterben kam.

Dieses Mal haben wir erfahren, dass der spanische Senat dem Ökosystem Mar Menor nun einen Personenstatus  verliehen hat.

La Azohía

Am nächsten Tag wollen wir vorbei an Cartagena bis Mazarrón in die Bucht von "La Azohía". In Vorbereitung auf unseren Besuch an Bord durch Anja und Volker, nehmen wir die 2. Kühlmöglichkeit in Betrieb und tauen erstmal den anderen Kühlschrank ab.

In La Azohía lassen wir unseren Anker in das kristallklare Wasser fallen und genießen die Ruhe.

Am nächsten Tag fahren wir mit unserem Dinghy an Land, entsorgen unseren Müll und wandern zum Turm "Sant Elena".

Einen fantastischen Ausblick hat man von hier oben.

Auf unserem Rückweg schlendern wir noch ein wenig durch den Ort und kehren dann  im Restaurant "La Bodega" zum verspäteten  Mittag ein.

Es geht weiter in den Süden.

Kurz vor 12 Uhr hängt dann auch schon wieder eine kleine Mahlzeit am Haken.

Der Skipper hat aber auch ein Glück!

Ein Bonito musste wieder dran glauben.

Also ran an die Arbeit, ausnehmen und filetieren.

 

Carboneras

Vor dem Ort "Carboneras" ankern wir für diese Nacht und lassen uns das frische Carpaccio schmecken.

Wir versuchen am nächsten Morgen im angrenzenden Hafen zu tanken, leider ohne Erfolg. Dies ist nur für gewerbliche Fischer möglich.

Also fahren wir weiter, entlang der Zementproduktion und dem langen danebenliegenden schönen Strand "Playa de los muertos".

Fabriquilla beach - Cabo de Gata

Nun ist auch unser Treffpunkt, der Hafen von   Aguadulce, in welchem   Anja  und Volker zu uns an Bord steigen werden, nicht mehr allzu weit entfernt.

Eine Nacht vor Anker  kurz hinter dem Cabo de Gata verbringen wir vor dem "Fabriquilla beach".

 

Aguadulce

Dann geht es morgens in Richtung des Hafens.

Es ist Samstag, wir melden uns über Funk an und  schon gleich kommt eine Antwort aus dem Hafenbüro.

Ein Marinero hilft uns beim Anlegen und schon liegen wir fest, direkt am Steg vor dem "Torre de Control". Aber auch in der Nähe der Restaurants, Bars und Nachtclubs, die freitags bis sonntags bis spät in die Nacht geöffnet haben.

Und das werden wir diese Nacht ausgiebig zu spüren bekommen.

Bis 7.00 Uhr am nächsten Morgen hören wir den Lärm, danach werden die geleerten Flaschen in den angrenzenden Containern entsorgt, um 8.00 Uhr startet unser linker Nachbar seinen Motor und verlässt den Hafen, um 9.00 Uhr bereitet unser rechter Nachbar sein Schiff für die Touristenausflüge vor. Dann kehrt endlich Ruhe ein.

Der Marinero lächelt uns morgens zu und fragt schon wissentlich, wie die Nacht war. Er bietet uns an, an den Steg weiter abseits zu verlegen, da wäre ein Platz frei geworden.

Wir entscheiden uns aber dennoch hier zu bleiben und hoffen einfach, dass auch die Spanier am Sonntagabend mal müde vom Feiern sind.😉

Wir räumen aus der 3. Kabine unsere E-Roller, die Gangway, Polster, den Schleppgenerator und verteilen es auf auf unsere beiden Kabinen, damit unsere ankommenden Gäste Platz zum Schlafen haben.

Abends machen wir schon mal ein "Probeessen" in einem der vielen Restaurants im Hafen, im "Maricastaña", eine gute Wahl!

Wir entscheiden uns, dort auch gleich einen Tisch für uns vier für morgen Abend zu reservieren.

Der Sonntagabend verläuft, wie erhofft, ohne große Festivitäten seitens der partyfreudigen Spanier 😉

 

Dann ist es so weit und wir können Anja und Volker an Bord begrüßen.

Ein sehr langer Tag liegt hinter den beiden und wir beschließen gemeinsam, mindestens noch am nächsten Tag hier in der Marina zu bleiben.

 

Hinzu kommt, dass der Wind uns einen Strich durch die Rechnung macht. Es bläst mit knapp 40 Knoten in den nächsten Tagen.

Im Hafenbüro hilft man uns und besorgt uns kurzfristg einen Leihwagen für 2 Tage.

Damit erkunden wir Almería, machen  eine kleine Wanderung durch den Naturpark des Cabo de Gata von San  José aus...

...und besuchen den höchstgelegenen Ort Spaniens: Trevélez, berühmt für seinen Serranoschinken, natürlich nicht, ohne denselbigen in den verschiedensten Variationen genauestens zu testen.

Wir fahren durch schöne Landschaften...

... aber je näher wir wieder Almería kommen, umso öfter erblicken wir die Landschaft, zugepflastert mit Plastik-Gewächshäusern.

Abends gönnen wir uns noch ein Eis  in der Heladeria "La flor de Valencia", lecker!

Dann kann es weitergehen. Bevor wir unseren Zielhafen Motril für diese Saison erreichen, machen wir noch eine Nacht im Hafen von Adra fest.

Dem nautischen Offizier geistern bei dem Gedanken an Adra immer noch die Bilder vom letzten Besuch im Kopf herum.

Hoffentlich holen wir uns diesmal keinen blinden Passagier in Form einer Ratte an Bord.

Aber alles verläuft gut.

Anja schneidet Volker und dem nautischen Offizier die Haare, der Skipper bereitet unterdessen das Abendessen vor.

Auf unserem Weg nach Motril sehen wir einige Delphine und kurz vor unserem Ankerstopp in der Bucht "Cala Conejita" entdecken wir etwas Sonderbares an der Wasseroberfläche schwimmen.

Jeder vermutet etwas anderes, ein großer Barsch, ein Delphin, der sich in einem Netz vertüdelt hat, wir fahren langsam auf dieses „Etwas“ zu. Es ist ein Mondfisch! Nun taucht er ab. Schade, für ein Foto waren wir zu langsam. Ein solch großes Exemplar haben wir live noch nie gesehen.

 

Wir legen  noch eine kleine Badepause ein. Allerdings frieren einem beim Testen der Wassertemperatur fast die Füße ab.

Was ist denn das? Keine 25 Grad mehr? Das Thermometer liefert den Beweis: 15,8 Grad Celsius.

Unser Skipper ist der einzig Mutige und schwimmt eine Runde um die LA PRIMERA.

 

Motril

Dann laufen wir in den Hafen von Motril ein.

Wir kündigen uns auf Funk an und werden sogleich begrüßt und im Hafen in Empfang genommen.

Selbst aus dem Hafenbüro erscheint das Personal.

Ein etwas eigenwilliger Liegeplatz für die nächsten 10 Tage, denn wir liegen hier gefühlt in der Werft, direkt am Steg zum Auskranen.

Wir machen uns zu allen Seiten fest, denn obwohl hier im Hafen kaum Wellengang zu beobachten ist, schaukeln alle Schiffe und die Masten tanzen.

In unserer Reservierungsanfrage haben wir auch um einen Leihwagen gebeten.

Einerseits wollen wir uns gemeinsam mit Anja und Volker Granada und Malaga ansehen, die beiden dann zum Flughafen bringen und andererseits wollen wir beide damit weiter gen Ronda, Sevilla, Cordoba…   

Das klappt auch mehr oder minder. Der Seat, der uns mit viel Power unter der Haube „verkauft“ wird, entpuppt sich bei unserer Fahrt nach Granada leider als langsames Gefährt. Die Kupplung kommt erst auf den letzten Zentimetern, schleift dann aber und lässt uns nur mühsam bergauf kommen.

Wir rufen bei der Autovermietung an und schildern das Problem, dort ist darüber scheinbar niemand überrascht. Man signalisiert uns, dass am nächsten Tag ein anderes Auto bereitsteht.

Granada

In Granada besuchen wir die Alhambra, die Kathedrale, schlendern durch die Stadt und kehren gen Abend nach Motril zurück.   

Am nächsten Morgen trinken wir, während wir auf das Säubern des Leihwagens warten, ein Käffchen unter den Trockenstellplätzen für die Boote an der Bar Capitan Morgan.

Wir beladen danach das Auto und verlassen unsere LA PRIMERA für die nächsten Tage.

Es geht nach Malaga.

 

Malaga

Hier haben wir uns mitten in der Stadt einquartiert.

Es ist früher Nachmittag.

In der Nähe entdecken wir eine leckere Pintxo-Bar und stärken uns erst einmal.

Wir erkunden die Stadt...

...zum Abend machen wir es uns bei Rotwein und Snacks noch gemütlich auf der Terrasse unseres Quartiers...

...mit einem tollen Blick über die Stadt.

Am nächsten Tag bringenwir Anja und Volker zum Flughafen, verabschieden uns von ihnen und fahren weiter nach Ronda.

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Kommentare: 3
  • #1

    Immensrn (Montag, 17 Oktober 2022 13:11)

    Hallo, Ihr Lieben!
    Lange erwartet, haben wir heute einen interessanten Vormittag mit dem neuen Bericht verbracht. Schöne Erinnerungen wurden wach! Angelika, Deine Fotos und Kommentare sind einfach spitze! Ganz herzlichen Dank! Wir freuen uns schon auf Ronda, Cordoba und Sevilla!
    Liebe Grüße Chris und Wil

  • #2

    Kerstin (Dienstag, 18 Oktober 2022 06:49)

    Guten Morgen ☀️

    passend zum Frühstück bei Regenwetter, lese ich eure wunderbaren Reiseberichte. Traumhaft schöne Bilder und Eindrücke festgehalten,
    einfach zauberhaft!

    Habt weiterhin eine schöne Zeit
    Liebe Grüße aus Meine �

  • #3

    Petra und Matthias (Dienstag, 18 Oktober 2022 17:36)

    Hallo ,

    was soll man noch dazu sagen ?? Klasse Bilder !! Alles wieder super beschrieben !!
    Und vorallem sieht man das es eine super Zeit ist und das freut uns . Viel Spaß weiterhin .