· 

Aufenthalt in Mahón und Überfahrt Richtung Sardinien

Nachdem uns unser 5-PS-Außenborder für das Beiboot abermals bereits im Hafen von Roda teilweise im Stich lässt, setzen wir unsere Idee, uns einen Elektromotor von Torqeedo zuzulegen in die Tat um.

Am Hafen von Mahón entdecken wir  ein verlockendes Angebot. Verkauf  und Beratung dazu finden allerdings im Gewerbegebiet ca. 4 km entfernt im Nautic Center  statt. Also machen wir uns auf den Weg.

Wir treffen hier auf einen sympathischen Berater.

Andere Dinge für unsere LA PRIMERA, die auf unserer "Einkaufsliste" stehen, können wir auch gleich von hier besorgen.

Beim Motor hadert der Skipper aber noch. Bis der nautische Offizier sagt: "Greif zu! Jedes Mal ärgerst du dich, wenn du gefühlte Ewigkeiten versuchst, schweißtreibend den Motor zu starten. Immer muss der Vergaser gereinigt, der Motor jährlich gewartet werden, er ist schwer (25kg + Benzin),  dazu noch   das Gewicht des gefüllten Benzinkanisters (12 kg) im Boot. Das Dinghy am Strand an Land zu tragen ist immer ein Akt, der zwar unsere Armmuskulatur stärkt aber auch nervt."

Also schlagen wir zu. Dazu gibt es noch eine Erleichterung für den nautischen Offizier in Form einer Hilfe, um Mooringleinen schneller und sauberer zu händeln. Somit sind alle zufrieden :-))

Den Motor liefert uns am selben Abend der Verkäufer Antonio an Bord.

An unserem neuen Rigg ist uns aufgefallen, dass beim Segeln zwei obere Seitenwanten recht viel Spiel haben.

Der nautische Offizier wird dazu  per Bootsmannstuhl nach dem Rechten gucken und den Mast hinaufgezogen werden müssen. Antonio erklärt sich bereit, sollte es Ängste geben, übernimmt er dies gerne. Er ist selber begeisterter Segler.

Da wir uns gegenseitig sympathisch sind, verabreden wir uns, unabhängig davon, ob er auf den Mast geht oder nicht für Samstagnachmittag mit seiner Frau an Bord.

Leider lässt der anhaltende Wind es aber dann doch nicht zu und so verbringen wir eine gemütliche Zeit zum Quatschen an Bord.

Dann ist es so weit und der Wind lässt etwas nach. Wir lassen das Beiboot  zu Wasser, um den neuen E-Motor zu testen.

Es funktioniert und macht echt Spaß!

Als der Wind in den Abendstunden weiter einschläft, wird der nautische Offizier in den Mast gezogen und kann an den Wanten die Spannung einstellen.

Dauert zwar eine Weile, aber dann ist das Werk vollbracht.

 

Wir machen uns startklar, um am nächsten Tag unsere Reise gen Sardinien anzutreten und nehmen aufgrund des vorherrschenden Windes die Insel San Pietro im Südwesten Sardiniens ins Visier und reservieren im Hafen Carloforte bereits einen Platz für unsere Ankunft in zwei Tagen. So lange, ca. 36 Stunden, wird die Fahrt dauern.

Wir starten zum Sonnenaufgang...

Die Natur hat heute einiges für uns zu bieten.

Knapp hinter Mahón  begleiten uns bereits einige Delphine,  kurze Zeit später nur einige 100m vor uns kommt ein Wal in unsere Richtung geschwommen, um dann hinter uns durchzuschwimmen. Recht große Schildkröten ziehen ebenfalls ihre Bahnen.

Nach drei Stunden Fahrt verlieren wir den Kontakt per Telefon und Internet und tauchen in die Stille des weiten Meeres ein.

 

Download
Wal+Schildkröte.mp4
MP3 Audio Datei 8.7 MB

Der Skipper hat seine Angel bereits den ganzen Tag fangbereit in der Halterung und gen Abend meint der nautische Offizier, nun könne man die Angel auch wieder einholen.

Aber nein, der Skipper beharrt darauf und sagt, in der Abenddämmerung beißen die Fische.

Der Skipper hält nach dem Abendessen ein kurzes Nickerchen und kurze Zeit später, es ist 19.00Uhr, zappelt die Angel.

Nun ist doch noch ein wenig Aufregung angesagt. Käscher, Gaff, Eimer raus..

Und dann sehen wir ihn auch schon, ein Gelbflossenthunfisch, ca. 50cm groß. (ihr wisst ja, die Größenangaben bei Anglern ;-)

Innerhalb von 1,5 Stunden ist er ausgenommen, filetiert und vakuumiert.

Große Freude kommt heute schon auf, bei dem Gedanken an das morgige Thunfisch-Carpaccio. Lecker!

Dann ist wieder abwechselnd Wachwechsel angesagt.

Bald sind wir nicht mehr allein an Bord.

Der nautische Offizier begibt sich gegen 22.00 Uhr in die Koje ins Vorschiff.

Kurze Zeit später wird er aber hellhörig, da der Skipper aus dem Salon grummelt: "Och nö, ein Vogel im Schiff..."

Da hat sich doch wirklich eine Schwalbe verirrt, lässt sich dickefellig auf unserer kleinen Flaggen- Holzkiste nieder und denkt gar nicht daran, diese zu verlassen.

Guckt uns mit schrägem Köpfchen an und schläft dann irgendwann ein.

Draußen an Deck macht sich eine weitere Schwalbe bemerkbar, versucht ebenfalls ins Boot zu gelangen , krallt sich dann letzten Endes am Gurt unseres Beimotors fest, um dort die Nacht einigermaßen windgeschützt   zu verbringen.

Kurz nach Sonnenaufgang flattert eine dritte Schwalbe um unser Schiff. Keine Ahnung, wo sie die Nacht verbracht hat. Unsere im Salon war aber eindeutig cleverer, es war trocken, windgeschützt und warm. Sie tippelt noch ein paar Runden auf der Kiste herum, hinterlässt zwei kleine Häufchen  und wenig später verlassen uns unsere "blinden Passagiere".

Dann kommt auch schon schemenhaft unser erstes Ziel, die Insel San Pietro ins Bild.

Bis dahin haben wir aber noch einige Stunden Fahrt vor uns.

Wir treffen gegen 18.00Uhr im Hafen Marinatour Carloforte ein und werden dort vom Marinero Andrea empfangen und auf unseren Liegeplatz begleitet.

Wir sind noch etwas platt von der Überfahrt. Also ein schnelles Abendessen im Restaurant "Il Corsaro" und schon geht es ab ins Bettchen.

 

In den nächsten Tagen erkunden wir mit unseren E-Rollern die Ostküste der Insel.

Im  Norden geht es zur  ehemaligen Thunfischfabrik "La Tonnara" und im Süden zur Felsnadel "Bobba".

 

Am Morgen des dritten Tages starten wir nun in Richtung Südspitze Sardiniens in die Bucht Golfo di Palmas.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Familie Johns � (Montag, 16 Mai 2022 21:16)

    Hallo . Da hat der nautische Offizier aber ein starke Leistung abgeliefert. Und dem Skipper muss man halt bei Käufen den Weg aufzeigen !!! Aber auch das kann der nautische Offizier anscheinend � ! Weiterhin eine schöne Zeit !