Mallorcas West - und Nordküste

Erst einmal gibt es eine kleine Abkühlung im Meer. 

Klingt zwar komisch, aber der nautische Offizier ist noch nie geschnorchelt, also macht er seine ersten Übungen im klaren Wasser. Wenn nicht hier, wo denn dann?

Ist schon eine bemerkenswerte Sache, dieses Schnorcheln. Aber dem Kopf erstmal klar zu machen, dass man unter Wasser atmen kann, ist gar nicht so einfach ;)

Gemeinsam mit dem    Skipper  wird die Lage des Ankers geprüft.

Alles korrekt, wir berühren weder mit Anker noch mit der Kette das geschützte Posidoniagras.

 

Wettervorhersagen, ein Blick in die Kugel ;) und Sonnenuntergang versprechen einen ruhigen Abend und eine entspannte und sternenklare Nacht. Der Skipper verbringt diese bei  recht angenehmen Temperaturen an Deck.

 

Es ist Wochenende und so machen sich viele Einheimische, vor allem mit ihren Motorbooten, auf den Weg in diese Bucht.

Eines macht hinter uns an einer ausgelegten Boje fest und wir werden  gebeten, unseren Anker ein paar Meter einzuholen, damit wir nicht zu nah aneinanderschwoien.

Dies ist leider das Ende unserer ruhigen Liegezeit.

Denn es weht sehr heftig und durch das leichte Einholen des Ankers findet dieser keinen richtigen Halt mehr und rutscht über den Sand. Wir starten den Motor und wollen aus der Bucht. Abwarten bis die Motorboote abends ihre Plätze gen Heimathafen verlassen und uns dann erneut vor Anker legen. Da kommt uns ein Marinero entgegen, der für die Bojen zuständig ist und wir entscheiden, doch in der Bucht zu bleiben und auf Nummer sicher zu gehen. Er fährt mit uns zu einer für unsere Schiffsgröße passenden Boje und machen dort mit seiner Hilfe für die Nacht fest.

 

In dem Preis des Festmachens an der Boje ist ein Shuttleservice mit inbegriffen.

Den nutzen wir dann auch und verbinden dies mit einem Abstecher an Land. So sehen wir noch etwas von dem kleinen Örtchen Sant Elm,  können  unseren Müll entsorgen, schlendern durch die Fußgängerzone und gönnen uns ein paar Tapas.

 

Abends liegen wir  beide an Deck, genießen den sternenklaren Himmel, peilen über den "Großen Wagen" den Nordstern und freuen uns über einige Sternschnuppen.

Ein schöner Sonnenuntergang sollte uns eine ruhige Nacht bescheren.

Aber weit gefehlt.

Ab 0:30Uhr dreht die Crew eines benachbarten Motorbootes so richtig auf. Musik schallt über die Bucht, es wird "versucht" zu singen und Violine zu spielen. Aua, das tut richtig weh!!! Das Ganze zieht sich bis morgens 4:00Uhr. Dann sind auch sie erschöpft.

 

Aber am nächsten Morgen geht es weiter. Nun trägt der Hauptakteur auch noch eine Löwenmaske und gibt mit einem kleinen Hund in der Hand und der passenden Musik den "König der Löwen" zum Besten.

 

Zeit,  Sant Elm zu verlassen!

Wir nehmen Kurs auf die Bucht Camp de Mar.

Vorher schauen wir uns aber noch  den Hafen von Port Andratx an.

Camp de Mar - wieder eine türkisblaue Bucht mit großen Möglichkeiten, auf Sand zu ankern.

Skipper, was machst du denn da?

Neues Hobby?

Ach nee, da hätte ich dich doch fast verwechselt ;))

 

Aber äußerst faszinierend findet der Skipper dieses Gefährt schon!

 

Sieht ja auch toll aus!

Und was für eine Körperbeherrschung!

Wir bleiben auch hier eine Nacht vor Anker, bevor wir am nächsten Tag diese schöne Bucht verlassen.

Es geht weiter vorbei an Peguera, mit guten Ankermöglichkeiten direkt vor dem Strand auf Sand, bis hin zu den Islas Malgrats...

 

... unweit entfernt vom Port Adriano, dem der nautische Offizier trotz des Designs durch den Architekten Philippe Starck nicht wirklich viel abgewinnen kann.

 

Letzter Stopp, bevor wir die Westküste verlassen, ist  die Bucht Cala Llamp.

 

Es geht entlang des Tramuntana-Gebirges. Noch wissen wir nicht so genau, wo wir heute Nacht ankern.

Ein erster Versuch ist vor   Sa Foradada.

Durch das eingeschränkte Ankern, bedingt durch die große Posidoniawiese vor der Insel, entscheiden wir uns weiterzufahren.

Wir sehen aus einiger Entfernung den höchsten Berg Mallorcas, den Puig Major (1445m),

... eine Bucht weiter, ein Fels ähnlich einer Walflosse, die aus dem Wasser reicht.

Dann nehmen wir Kurs auf eine der schönsten Buchten im Norden Mallorcas, die Cala Tuent.

Mit Blick auf den Puig Major und einer Berglandschaft, als wäre man in den Alpen, dazu noch kristallklares Wasser, so lässt es sich hier die nächsten 2 Tage sehr gut aushalten.

Auf dem Weg hierher, fuhr die Belle ile en mer an uns vorbei und machte vor uns in dieser Bucht Halt.

Ein deutsches Pärchen, Britta und Christopher, lernen wir dann abends bei einem Gläschen Wein näher kennen.

 

Vom Restaurant Es Vergeret aus hat man einen traumhaften Blick über die Bucht auf das Meer. Hier gibt es leckere Speisen bei moderaten und fairen Preisen.

 

Einen kleinen Abstecher machen wir noch in die nur 2sm entfernte Bucht Cala de Sa Calobra mit der Felsenschlucht Torrent de Pareis.

Da diese Bucht stark besucht ist, legen wir hier keinen Badestopp ein, schießen ein paar Fotos und fahren weiter.

Unser Ziel ist es, so weit wie möglich gen Osten zu kommen, um den günstigen Wind für eine Überfahrt nach Menorca zu nutzen.

Immer mit dem Fernglas gewappnet,...

... weil uns undefinierbares Gezumsel entgegentreibt.

Scheint eine Art Fischernetz, bestehend aus einer Palette mit drapiertem Fender und Geäst zu sein. Eigenartig!

Und dann kommt auch schon unsere Bucht für die Nacht ins Bild, Cala Figuera.

Wieder finden wir hier große Möglichkeiten, dem geschützten Posidoniagras auszuweichen und auf reinem Sandboden zu ankern.

Einem später ankommenden Katamaran unter spanischer Crew und einem polnischen Segler ist das scheinbar Wurscht. Deren Anker rauscht auf die Posidoniawiese.

Bei Sonnenaufgang verlassen wir die Bucht in Richtung Menorca.

 

Einen letzten Gruß schickt uns der Leuchtturm am Cap de Catalunya.

Mit einem blinden Passagier an Bord geht es bei bestem Segelwind gen Menorca.

Eine Drossel bleibt und übernimmt für uns den Ausguck.

Sie "warnt" und begleitet uns  die Hälfte der Überfahrt.

Dann verabschiedet sie sich mit einem letzten Gepiepse und fliegt davon.

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Kommentare: 6
  • #1

    Petra und Matthias (Sonntag, 20 September 2020 17:27)

    Na das sieht ja alles super aus . Tolle Reiseberichte und Bilder da freut man sich schon auf den nächsten Eintrag . Wünschen noch viel Spaß und eine super Zeit !!

  • #2

    Vati und Mutti 21.09.2020 19.00 (Montag, 21 September 2020 18:45)

    Hallo, das sind ja wieder tolle Bilder-diesmal von der Nord- und Westküste Mallorcas. Es stimmt also doch: Mallorca ist immer eine Reise wert. Herzlichen Glückwunsch, liebe Angelika, zu Deinem ersten Tauchgang mit dem Schnorchel. Das erinnert Vati. an seine Tauchgänge in Port Sudan. Hoffentlich kommt Ihr auch wieder an Land zum Bummeln und zum Einkaufen. Gute Fahrt weiterhin! Gruß von Vati und Mutti.

  • #3

    Michael (Montag, 21 September 2020 20:57)

    Ahoi! Sieht ja toll aus, es freut uns, dass euch Corona offenbar nicht zu sehr einschränkt! Wir drücken alle Daumen, dass das so bleibt!
    Hoffen wir mal, dass ihr es nach Menorca geschafft habt - orten kann man euch seit 4 Tagen wieder nicht ;-)
    Genießt eure Zeit!

  • #4

    Stephan (Dienstag, 22 September 2020 20:31)

    ...die beiden „Weingläser“ kommen mir doch bekannt vor�...

  • #5

    Diana u. Jürgen (Samstag, 26 September 2020 17:32)

    Traumhafte Bilder! Genießt die Zeit bis zu eurer Rückkehr. Bis hoffentlich bald...

  • #6

    Dagmar und Stephan (Sonntag, 27 September 2020 13:36)

    Wünschen euch weiterhin unvergessliche Sonnenauf- und untergänge. Bleibt gesund.