Spanien - Andalusien - Costa del Sol (Estepona bis Nerja)

Marbella

Kurz vor Marbella überlegen wir, in den   Puerto Banús zu fahren.

Ein kurzer Blick über die Hafenmauer hält uns aber davon ab, zu luxuriös, von allem irgendwie zu viel.

Da fühlen wir uns bestimmt nicht wohl. Also geht es weiter Richtung Marbella.

 

Der Hafen den wir uns dort ausgesucht haben, die Marina La Bajadilla,  sieht zugerümpelt aus und im Hafenbuch wirkt  er auch viel größer. Wieder kein Platz für uns.

Es ist mittlerweile 18Uhr und die Wellen haben nun eine Höhe von locker 2m erreicht.

Schaffen wir es noch vor Sonnenuntergang gegen 20Uhr um die Ecke?

Fuengirola

Bei Fuengirola ist östlich des Hafens eine gut geschützte Ankerbucht, bis dahin sind es aber noch 13sm, also knapp 2,5 Stunden Fahrt.

Okay, wir unterstützen unseren Motor mit  dem Wind, der gerade aus Südost kommt. So schaffen wir auch mal 7-8 Knoten Fahrt.

Aber nicht lange, dann dreht er wieder mal auf West und die hohen Wellen bringen unter Deck völlige Unordnung.

Es wird dunkel und wir sind noch gut 1 Stunde von unserem Ziel entfernt. Die ganze Zeit weichen wir schon den bunten Fähnchen der Fischer aus und nun heißt es, die Augen ganz besonders offen zu halten. Wir stehen beide und schauen über die Sprayhood hinweg auf das Wasser vor uns. Das strengt an, zumal wir nun auch schon 11 Stunden unterwegs sind. Dann erreichen wir gegen 21Uhr die Bucht. Was für eine Pfütze. Darin sieht es wirklich ruhig aus. Aber was ist das? So ein Sch...!!!

Sie ist voll mit 5 anderen Seglern. Wir fahren trotzdem mal eine Runde, aber hier zu ankern, das wird zu eng.

Naja, dann werden wir uns wohl doch gleich hinter die Mole Richtung Stadtstrand legen, da ist es wahrscheinlich auch noch ruhig vor dem Schwell der Wellen.

Wir werfen den Anker kurz hinter die gelben Badebojen und warten ab, wie sich La

Primera verhält.

Unbegreiflich! Der Wind kommt aus West, die Welle aus Südwest und wir liegen mit dem Heck zwischen Wind und Welle.

Nächster Ankerversuch weiter östlich des Strandes. Vielleicht kommt es ja gleich hinter der Mole zu irgendwelchen Verwirbelungen?...

Aber, gleiches Spiel. Doch noch rein in die Bucht und uns eventuell rechts neben die Hafeneinfahrt legen? Wenn dann der Wind aber dreht, liegen wir  mittendrin und blockieren alles.

Egal, wir bleiben hier, wird schon irgendwie gehen.

Es soll Nudeln mit leckerer Trüffelpilzsoße geben, wir sind aber so bedient, dass es nur noch zu ein paar Stückchen Käse reicht.

Die Wellen klatschen mit voller Wucht mal seitlich, mal von achtern gegen das Schiff. Wir halten unsere Gläser fest, das Schiff rollt hin und her. Überall knarrt und quietscht es. Na, das wird ja eine tolle Nacht!

Und so kommt es auch. Der Skipper versucht es in seiner Koje, der nautische Offizier im Salon.

Schlafen? - Fehlanzeige!

Ständig der Blick auf die Uhr. Es wird nicht Morgen. Dann kommen gegen 5Uhr auch noch irgendwelche Fischer, die um uns herum mit Schleppnetzen Sardellen fangen. Dabei fährt einer über unseren Anker, es scheppert im ganzen Schiff. Aber zum Glück hält der Anker und wohl auch das Netz des Fischers. Dann ist mal für eine halbe Stunde Ruhe, in der man kurz wegnickt.

Wir hoffen, dass aus der Bucht mal ein Segler wegfährt, dann können wir schnell reinhuschen und ankern, aber den Gefallen tut uns niemand.

Von Fuengirola kommt man bestimmt auch mit Bus,  Bahn oder Fähre nach Marbella.

Oder fahren wir weiter und lassen Marbella sein? Irgendwie sah es ja doch alles recht zugebaut aus, nicht so schön, wie man es sich vorstellt.

Wir schreiben eine mail an den Hafen in Benalmádena, knapp 1 Stunde Fahrt von hier. Ist dort kein Platz, können wir dann auch rechts neben dem Hafen ankern.

Wenn die Welle nicht zu sehr reindrückt...

 

Benalmádena

Nochmal ein kurzer Blick in Richtung Bucht, da tut sich aber nichts.

Also Anker auf!

Es ist herrlichstes Wetter, erst zum Nachmittag soll es wieder etwas mehr pusten.

Wir schauen immer wieder ins mail-Fach, keine Antwort.

Also fahren wir erstmal am Hafen vorbei und schauen uns die Bedingungen in der Bucht an. Dort sehen wir ein ankerndes Motorboot, es schaukelt beachtlich. Wir drehen eine kurze Runde gleich hinter der Mole und stellen uns in den Schwell. Aber es drückt hier noch zu sehr rein. Das wird genauso schaukelig wie in Fuengirola. Also doch in den Hafen. Der Skipper nimmt Kontakt über den Hafenkanal 9 auf und der nautische Offizier macht die Fender und Leinen klar.

Also fahren wir gegen die Welle zurück und schaukeln in  die Hafeneinfahrt. Angeblich ist diese nur auf 2,40m ausgebaggert. Das wird eng bei unserem Tiefgang von 2,20m.

Wir sollen erstmal am Warteponton festmachen und uns im Hafenbüro melden.

Gesagt, getan. Wir liegen erstmal fest.

Ein Deutscher beobachtet uns und klatscht Beifall. Tolles Manöver, sagt er, sowohl die Fahrt hier rein, als auch das Anlegen.

Vielen Dank!

Nun geht's ab ins Hafenbüro und schauen, ob wir einen Platz bekommen, an dem wir längsseits festmachen können.

Sonst wird hier im Mittelmeer alles mit Moorings gemacht. Das heißt, mit Bug oder Heck an den  Steg fahren und dort an Land belegen, die andere Seite wird dann an der Mooringleine festgemacht.

Haben wir beide noch nie gemacht. Und wir hätten unseren ersten Versuch auch gerne bei Windstille und nicht bei 22 Knoten.

Leider wird daraus nichts, wir bekommen einen Platz an einer Mooring. Oh je. Hilft uns jemand?

Ja, ein Marinero begibt sich schon zu unserem Platz , um uns dort die Mooringleine anzugeben.

Aber was ist das denn für ein Platz? Da sollen wir mit unserem breiten Heck rein? Das passt doch nie!

Das sehen die Marineros hier anders. Einer stellt sich links auf das Motorboot, der andere rechts auf das angrenzende Segelschiff und beide drücken die Nachbarlieger von uns weg. Und flutsch, sind wir drin.

Das mit der Mooringleine geht dann auch recht flott von der Hand. Super für's erste mal! Nun ein Anlegebier. Prost!

Auch wenn wir es lieben zu ankern, tut das ruhige Liegen im Hafen nach solchen Torturen wirklich gut. Auch der Stimmung an Bord ;).

Die Anspannung fällt, es wackelt kaum, man muss nicht immer schauen, hält der Anker, bin ich weit genug vom anderen Schiff entfernt oder treffe ich es womöglich beim Schwojen?

Also, gute Entscheidung!

 

Morgen ist erst einmal ausschlafen angesagt, Wäsche waschen und die Gegend erkunden. Übermorgen geht's dann mit dem Bus nach Malaga.

 

Impressionen aus Benalmádena

Malaga

Die Bushaltestelle ist vom Hafen nicht weit entfernt und der Bus nach Malaga fährt alle 20-30 Minuten.

Wir zahlen knapp 7 Euro für uns beide hin und zurück.

 

Eine sehr schöne Stadt mit beeindruckenden Gebäuden, viel Natur und entspannter Stimmung!

Und ganz zum Schluss unseres Besuchs gibt es natürlich noch ein Malaga-Eis, mit Rumrosinen, lecker!

 

Impressionen aus Malaga

Weiter geht es Richtung Almeria.

Ich sitze vorne auf dem Dinghi mit der Kamera in der Hand, um endlich mal ein Foto von den fliegenden, kleinen Fischen zu machen.

Das wird wohl schwierig, die sind recht schnell.

Aber dann, ich drücke ein paar mal ab, vielleicht ist brauchbares Bildmaterial dabei?

Mit starker Vergrößerung kann man ihn so halbwegs erkennen.

 

Über uns ziehen die Flieger vorüber, die von Malaga aus starten.

Es ist ruhige See,  wenig Wind und wir motoren so dahin.

Dann wird es etwas hektisch im Cockpit...

Der Skipper kämpft  mit seiner Angel.

Immer wieder hat er versucht, einen Bonito zu fangen. Bisher leider erfolglos.

Der Köder, ein selbstgebasteltes Geschenk eines Marineros aus Gijon,  wurde seitdem schon mehrere 100Seemeilen durch's Wasser gezogen.

Nun scheint es wohl geklappt zu haben.

Aber das muss ja ein dicker Brocken sein, so wie der an der Angel zerrt...

Und wie der schimmert...

Wie sollen wir denn den an Deck bekommen?

 

Für solch einen großen Fisch ist gar keine passende Ausrüstung an Bord.

Dann muss der Mooringhaken her.

Gemeinsam wuchten wir den Praschtkerl auf die Badeplattform.

Geschafft!!!

Puh.

Da kann aber jemand so richtig stolz auf sich sein!!!

Ein schöner, großer Fang eines Thunfisches.

1 Meter lang, nur leider können wir ihn nicht wiegen.

So ca. 8-10 kg bringt der aber bestimmt auf die Waage.

Nun geht's an die unangenehme Arbeit: das Ausnehmen und Portionieren.

Da haben wir für einige Tage leckeres, gesundes Essen.

Cala del Cañuelos (Nerja)

Wir ankern in einer kleinen, ruhigen Bucht  Cala del Cañuelos kurz hinter dem Ort Nerja.

Kristallklares, warmes Wasser lädt zum Schwimmen ein. Also ab ins Wasser und  eine Runde ums Schiff. Och, ist das angeneeehm!

 

 

Am Abend bringen wir dann noch den Heckanker aus, da sich das Schiff mal wieder genau längs zur Welle dreht.

Gegen den Schwell aus Südwest ist diese Bucht eher nicht geeignet, aber ansonsten sehr idyllisch.

Morgen verlassen wir dann die Costa del Sol.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Vati und Mutti (Montag, 07 Oktober 2019 17:35)

    Die Bilder von Euch sind ja wieder Spitze. Komplizierte Einlaufmanöver, sehr hohe Wellen und starker Wind, gepaart mit wenig Schlaf haben Euch ja sichtlich zu schaffen gemacht. Doch das trieb Euch immer voran, und Ihr wurdet mit den schönen Gegebenheiten der Costa del Sol belohnt. Toll gemacht!!! Auch das Anglerglück, mit dem größten Fisch der Welt, war auf Eurer Seite. Einmal Marbella und Malaga- und dann sterben! Ihr habt viel Glück. Weiter so. Vati u.Mutti

  • #2

    Carsten (Freitag, 01 November 2019 22:00)

    Ihr habt nicht ernsthaft ein Vakumierer an Bord? :-)
    Ich nehme zu Kenntnis, das ihr weiterhin schaukelige Nächte habt bzw. gehabt hat.
    Lese mich gerade durch Eure Berichte.

  • #3

    Angelika & Thomas (Dienstag, 05 November 2019 21:20)

    Der Fisch war schon wirklich etwas ganz Besonderes!

    @ Carsten: natürlich haben wir einen Vakuumierer an Bord. Und wir reden hier noch nicht vom Kitchen Aid-Akku-Pürierstab für die Zubereitung diverser Schaumsüppchen �