Frankreich - Vendée, Aquitaine (Les Sables d'Olonne bis Arcachon)

Les Sables d'Olonne

Es erwartet uns 2 Tage lang eine fröhliche, aufgeschlossene Stadt mit hilfsbereiten Menschen. Hier liegen wir direkt vor der Skyline vor Anker und können so mit unserem Dinghi an den Strand fahren und zu Fuß die Stadt erkunden.

Wieder einmal müssen auch hier die Gezeiten beachtet werden.

3 hilfsbereite, nette und gutgebaute Damen gehen uns beim Anland-Hieven unseres doch recht schweren Dinghis zur Hand und geben uns einige Tipps für die Stadt.

 

Hier werden wir Zeuge der Erstwasserung eines Lagoon-Katamarans. Für uns eine doch recht sportliche Art des Zuwasserlassens per Traktor, zumal dies offensichtlich der Hauptauslieferungsort der naheliegenden Werft ist...

 

'La rue de l'Enfer' - "Die Straße der Hölle" ist eine sehr schmale Gasse.

Gerade einmal 46,5 cm misst sie.

Grund genug, um dafür als schmalste Straße der Welt ins Guinnessbuch der Rekorde zu gelangen.

Impressionen aus Les Sables d'Olonne

Auf dem Rückweg aus der Stadt decken wir uns noch einmal in einer Fischhalle am Hafen mit Meeresfrüchten ein, die wir dann noch am selben Abend verspeisen.

Der Smutje hat mal wieder ganze Arbeit geleistet.

Île de Ré

Mit ordentlich Rückenwind fahren wir unter Schmetterling Richtung Île de Ré.

Es soll auf Westwind drehen, daher überlegen wir, ob wir nördlich der Insel bei La Flotte ankern oder doch durch die Brücke 'Pont de Île de Ré' segeln und uns östlich der Insel vor den Rivedoux Plage legen. Hafen ist diesmal keine Option, wir wollen ankern.

Wir entscheiden uns für die sichere Variante: Wind aus West, dann ist es im Osten gut geschützt. So der Plan, aber es wird mal wieder schaukelig.

Ein Segler, der uns unseren favorisierten Ankerplatz wegschnappt, verlässt noch am Abend diesen Platz und fährt in den nahegelegenen Hafen von La Rochelle. Wir bleiben sogar zwei Nächte und erkunden die Insel.

Mit unserem Dinghi geht es an den Strand, wieder ziehen wir es bis über den obersten Spülsaum hinaus, und weiter dann mit dem Bus nach Saint-Martin-de-Ré, dem Hauptort der Insel.

Der Ort ist komplett von einer Festungsanlage umgeben, die im 17. Jahrhundert erbaut wurde.

Hier im Bild ist das Tor zur Festung zu sehen, auch gleichzeitig der Eingang zur Stadt.

Direkt daneben befindet sich  ein Gefängnis für Strafgefangene, deren  Wiedereingliederung in die Gesellschaft als eher unwahrscheinlich angesehen wird. Quergespannte Stahlseile in Höhe der Festungsmauern sollen die Befreiung der Insassen durch Helikopter verhindern.

Wieder einmal sind wir froh, dass wir trotz der schaukeligen Nächte ankern und nicht in den Hafen von  Saint-Martin-de-Ré gefahren sind.

Hier ist es doch alles sehr touristisch.

Impressionen aus Saint-Martin-de-Ré

Am frühen Abend geht es dann  mit dem Bus zurück.

Wir machen noch einen  kleinen Abstecher, um einige Lebensmittel zu kaufen, bevor es dann zum Dinghi geht.

Alles wird im Rucksack gut verstaut ,   Handys und Kamera kommen in den wasserfesten Sack.

Wir ziehen  das Dinghi vom Strand Richtung Meer, hier rauschen  beachtliche Wellen an.

Nun kann es losgehen.

Natürlich nicht bevor uns ein Segellehrer  am Strand darauf hinweist, das Dinghi außerhalb der Badezone zu starten. Also nochmal raus aus dem Boot und im Wasser in die vorschriftsmäßige Zone bringen.

Schwups, erwischt uns und das Boot natürlich seitlich eine dicke Welle und der Motor lässt sich auch nicht sofort starten.

Pitschnass klettern wir ins Boot und sind einfach nur  sauer auf den Fuzzi.

Aber der wasserfeste Sack hat die Prüfung bestanden.

La Rochelle

Wir machen uns frühmorgens auf den kurzen Weg nach  La Rochelle.

Hier sehen wir schon in der langen Hafeneinfahrt den "Mastenwald" des Port Minimes. Dieser Hafen bietet Platz für ca. 3500 Sportboote und ist damit der größte der Atlantikküste..

Aber welch Glück wollen wir nicht in diesen Hafen, sondern haben uns im Stadthafen 'Bassin de Chalutiers'  angemeldet.

 

Wir sind bereits ein paar Minuten vor der Schleusenöffnung da und so haben wir noch etwas Zeit, aus der Ferne die Wahrzeichen der Stadt, die drei alten Wehrtürme zu bestaunen.

Wir können uns am Besuchersteg einen schönen Platz aussuchen und so liegt La Primera  gut vertäut im Hafen und wir machen uns auf den Weg in die Stadt.

Es ist mittags, Zeit für eine kleine Stärkung.

Eine süße Nascherei als Nachspeise, da wird der nautische Offizier schwach.

Impressionen aus La Rochelle bei Tag

Marktbesuch mit günstigem Mittagssnack

Impressionen aus La Rochelle bei Abenddämmerung

Mit einem Liegeplatz direkt vor dem Aquarium  La Rochelle darf auch ein Besuch im selbigen nicht fehlen. Und so geht es am letzten Abend nach einer  Riesenradfahrt direkt zum 2-stündigen Besuch ins Aquarium, eines der größten privaten Aquarien in Europa. 

Sehr eindrucksvoll wird man für alle Lebewesen der Unterwasserwelt über Plankton, Korallen, Südseefische bis hin zum Hai sensibilisiert.

Arcachon

Weiter geht es Richtung Arcachon.

Einmal ankern ist noch angesagt. Die Wellen sind  zwar noch recht hoch, dies merkt der nautische Offizier beim Ankerfall, gefühlt eine Ewigkeit braucht der Anker bevor er ins Meer eintaucht. Aber ein spektakulärer Sonnenuntergang und eine ruhige Windvorhersage entschädigen dafür.

Leider wird auch dies wieder eine unruhige Nacht.

Es ist warm und trocken  und so versuchen wir unser Glück, an Deck zu schlafen. Hier merkt man das Schaukeln nicht so stark wie unter Deck.

Der Skipper findet dann auch etwas Schlaf. Der nautische Offizier verkriecht sich am frühen Morgen nach langem hin- und herwälzen in die Eignerkabine.

Wir brechen  bereits in den  frühen Morgenstunden bei traumhaftem Sonnenaufgang auf.

Nach einem kurzen Badestop im türkisfarbenen Atlantik segeln wir weiter nach Arcachon.

 

Schon von Weitem sehen wir in der Einfahrt Brandungswellen, die sich überschlagen.

Müssen wir davor, danach oder sogar mitten durch?

Wir beobachten einen Fischer, wie er sich seinen Weg bahnt. Laut unseres Plotters fährt der Fischer über Land.

Wir haben schon gelesen, dass die Standorte der Einfahrtstonnen je nach Versandung recht häufig geändert werden müssen. Aber so sehr?

Und schon werden wir vom 'Sémaphore du Cap Ferret' angefunkt. Wo wollen wir hin, wieviel Leute sind an Bord, wieviel Tiefgang hat das Schiff? Dann ermuntert man uns, dass die Fahrrinne gut betonnt und tief genug sei und wünscht uns für die Einfahrt viel Erfolg!

Trotz wenig Wind und unserer Einfahrt kurz vor Hochwasser wird es eine kabbelige und aufreibende Fahrt.

Angekommen in der Bucht von Arcachon atmen wir auf.

Wir können an einer Boje für die Nacht festmachen.

Aus der Ferne schauen wir uns  die größte Wanderdüne 'Dune du Pilat' an.

 

Dune du Pilat,  Ankerbucht und Austernbänke bei Arcachon

Der nächste Morgen begrüßt uns mit dichtem Nebel.

Die Ausfahrt ist zwar gut betonnt, aber wir müssen die Tonnen auch sehen können.

Pünktlich zum Ablegen lichtet  sich der Nebel und die Sonne zeigt sich.

Wir wollen weiter, möglichst bis Capbreton, ca. 65 sm. Hierzu schicken wir am Abend zuvor eine mail an den Hafen und fragen an, ob für uns ein Platz frei wäre.

Kurz nach Hochwasser verlassen wir mit ablaufendem Wasser Arcachon.

 

Die Dune du Pilat verabschiedet sich mystisch.

Selbst bei schlechter Sicht waren schon Massen an Besuchern auf dem Kamm zu sehen.

Die Ausfahrt wird zu einer echten Herausforderung.

Es rollen seitlich zum Schiff große Wellen auf, die zu brechen drohen. Das wollen wir lieber nicht erleben.

Der Skipper "tanzt" diese Wellen jedoch mit hoher Konzentration gekonnt aus.

Nach einer halben Stunde ist dieser Ritt vorbei und wir sind draußen auf dem Meer.

Hier erwarten uns hohe Wellen mit einer langen Dünung im 10-Sekunden-Rhythmus.

Der Wind lässt uns heute mal richtig zum Segelboot werden und treibt uns schnell voran.

Capbreton liegt nun vor uns.

Leider haben wir immer noch keine Antwort auf unsere mail erhalten.

 Wir haben gehört, dass bei ungünstigen Windhältnissen  großer Schwell mit sich überschlagenden Wellen vor der Einfahrt zum Hafen stehen soll.

Das hatten wir heute schon und brauchen es nicht nochmal. Außerdem überrascht uns ohne irgendwelche Anzeichen eine starke Windböe. Wie wir später erfahren, gibt es dies hier wohl  häufiger. Einige Segler, welche sich aus Capbreton zu einer kleinen Abendfahrt aufmachen,  kehren gleich wieder um.

Da es gut läuft, segeln  wir weiter. Ziel ist nun Bayonne.

Und auf diesen Blog müsst ihr diesmal nicht so lange warten, versprochen ;)

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Kommentare: 2
  • #1

    Christiane und Michael (Samstag, 10 August 2019 16:23)

    Hallo ihr Zwei,
    es ist schön zu sehen, dass es euch ausgezeichnet geht.
    Es ist spannend mit zu verfolgen in Bild und Wort, welche schöne Landschaften ihr bereist, Frankreich mit seiner Lebensart an Land und an Bord von euch genossen wird. ( Das Kosten oder Probieren steht hier nicht zu Debatte)�
    Wir wünschen euch weiterhin allzeit gute Fahrt und eine handbreit Wasser unterm Kiel und viele schöne neue Eindrücke.
    Liebe Grüße Micha und Dolli

  • #2

    Angelika & Thomas (Samstag, 17 August 2019 21:48)

    Schön, dass unsere Beiträge so gut ankommen und es so treue Leser wie euch gibt!
    Das motiviert ungemein.
    Lieben Dank für eure Wünsche und viele Grüße in die Heimat!