Frankreich - Südbretagne (Audierne bis Île d'yeu)

Vom Pointe du Raz sind wir mit 18 Knoten Wind (ca. 33 km/h) förmlich in die Ankerbucht an den Strand Sainte Evette bei Audierne geweht worden. Unsere Logge zeigte bei dieser Rauschefahrt wieder eine "10" vorne an.

Audierne

Die dort ausgelegten Ankerbojen sind laut Hafenmeister für Schiffe bis 12m Länge. Nunja, wir können dennoch festmachen. Leider mit einem kleinen Malheur, verursacht durch den Nautischen Offizier. Wir haben einen ganz "intelligenten" Haken zum Festmachen an den Bojen, er nennt sich "Hook and Moor", tolles Prinzip, wenn man's versteht ;)

Der junge Hafenmeister unterstützt uns bei Starkwind anzulegen, bringt unseren lädierten Haken zurück, kassiert die 11,50 Euro Liegegebühr und fragt, ob  für den nächsten Tag  Baguette, Croissant o.ä. gewünscht wird. Toller Service!

Vorbei an Penmarc'h mit seinen 3 Leuchttürmen werden wir von Delphinen begleitet.

Heute soll wohl ein Tag werden, an dem wir noch weiteren Tieren begegnen, denn nur kurze Zeit später hören wir außer dem Wellenrauschen ein Platschen. Ein Fisch, ähnlich einem Thunfisch, der aus dem Wasser springt und sich seitlich wieder fallen lässt.

Komische Art der Fortbewegung...

Es ist traumhaftes Wetter,ein wenig Wind geht, die Sonne scheint, einfach schööön...

Das weiß wohl auch dieser ca. 40cm große Mondfisch zu genießen.

Ja, es ist einer, wir haben gegoogelt.

Er lässt sich ganz gemütlich die Sonne auf seinen hellen Bauch scheinen.

Odet, der Fluss zwischen Sainte Marine und Bénodet

Am Abend fahren wir in den Odet, einen Fluss zwischen Sainte Marine und Bénodet und können dort im Hafen Sainte Marine vor Kopf am Steg festmachen.

 

Impressionen aus Sainte Marine

Auch bei uns ist nun endlich der Sommer angekommen und so genießen wir an Deck unseren ersten Gin Tonic.

Zum Wohl!

Lieben Dank an Jacky, Ralph & Luisa.

 

Impressionen aus Bénodet

Am nächsten Tag geht es mit unserem Dinghi den Odet hinauf.

Es heißt in dem Südbretagne-Reiseführer von Ralf Paschold "Ankern vor Schlössern".

Wir sind mal gespannt.

Und da finden wir auch schon ein Schloss, gebettet in schöner Landschaft entdecken wir es und genießen unser Picknick mit Baguette, Camembert und Rotwein.

Was braucht man mehr?...

Hier ist mal im Video  zu sehen, wieviel Strömung der Fluss hat.

Nein, wir fahren nicht, sondern liegen fest am Steg.

Und trotzdem könnte man den Schleppgenerator mitlaufen lassen, um Strom zu produzieren.

Immerhin schafft der Odet Strömungen von bis zu  4 Knoten.

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Odet.mp4
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Günstige Variante der Unterbodenpflege, zu sehen am rechten Schiff.

Das Schiff wird bei Hochwasser auf die Rampe gefahren, an die Wand gelehnt und dort vertäut.

Bei Niedrigwasser können alle nötigen Arbeiten durchgeführt werden.

Dafür hat man ca. 6 Stunden Zeit.

Kein Kran, kein Transport, kein Lagerbock...

Und beim nächsten Hochwasser geht es einfach wieder los...

Skipper, Smutje und nun auch noch Friseur...

Diesmal nimmt Thomas die Maschine mal selbst in die Hand und macht sich schick für die nächsten Abenteuer.

Auf in die Karibik

Da der Sommer doch sehr lange auf sich warten ließ, haben wir uns entschlossen, unser Schiff mit einem Frachter kurzerhand in die Karibik zu verlegen...

 

Neiiin, kleiner Scherz!

Dies sind die Glénan-Inseln in der Bretagne.

Eine Inselgruppe von sieben Inseln mit karibisch blauem Wasser und weißem Sand mitten im Atlantik. Und das alles  so nah.

 

 

Îles de Glénan

Golf de Morbihan

Nächster Zwischenstopp: Île de  Groix

Eine unruhige, windige  Nacht vor Anker.

Einige französische Boote verlassen noch nachts den Ankerplatz, um sich eine ruhigere Stelle zu suchen.

Für uns geht es morgens weiter, begleitet von einer Delphin-Familie.

Quiberon ist in Sichtweite und damit auch der Tipp von Lutz, einmal die bekannten Sardinen zu probieren.

 

Vorab aber ankern wir noch eine Nacht ca.

3 sm vor der Einfahrt in den Golf de Morbihan.

Es soll abends etwas stärkerer Wind aus NO kommen und so entscheidet der Skipper, in der Nähe eines ihm namentlich doch sehr symphatischen Schiffes zu ankern: TINLIZZY.

Wie sich später bei einem Bier herausstellt, sind es ebenfalls Deutsche.

Der nautische Offizier holt sich Ideen auf deren Website und der Smutje schaut,  was unsere Bordküche noch so hergibt.

 

Am nächsten Tag geht es dann los.

Das richtige Zeitfenster für das Einlaufen passen wir ab und fahren mit wenig Strom von 2 Knoten in den Golf.

Durch die vielen Engen der Inseln und das teilweise recht flache Gewässer bauen sich hier große Strömungen von bis zu

5 Knoten auf und so brodelt es teilweise wie im Hexenkessel.

Das alles ist noch nicht Herausforderung genug für uns Ostseesegler, nein, da müssen auch noch Einheimische zeigen, wie gut sie doch bei so wenig Platz unter Segeln kreuzen können und dann kommen noch die schnell- und zielstrebigfahrenden Personenfähren hinzu.

 

Es  erwartet uns ein Naturparadies mit kleinen Inseln, idyllischen Wäldern und netten Franzosen, welche uns für 2 Nächte kostenlos ihre Ankerboje zur Verfügung stellen.

Wir sind ihnen sehr dankbar, da es für uns mit recht tiefem Kiel schwierig ist, entweder im flachen Wasser zu ankern oder  eine der wenigen freien Besucherbojen zu erwischen. Die Ferien haben nun  für ganz Frankreich  begonnen.

Ein kleiner Einblick in den Golf de Morbihan

Mit unserem Dinghi machen wir uns auf den Weg nach Vannes.

Wir sind froh, dass wir mit unserer La Primera einige Seemeilen davor an der Ankerboje festmachen konnten, denn die Zufahrt nach Vannes ist doch recht eng, flach und es gibt kaum eine Möglichkeit zu wenden.

Vannes, eine kleine Stadt mit einer bezaubernden, gut erhaltenen Altstadt. Wirklich sehenswert!

Unser nächster Stopp bringt uns auf die authentische Insel Hoedic, ein wahrlich guter Tipp der TinLizzy-Crew.

Hier ankern wir die nächsten 2 Tage an der Ostseite gegen den aufkommenden Westwind und erkunden die Insel.

Für diesen kleinen Ort, eine doch recht monströse Capitanerie. Im Hafen gibt es für die Besucher unter anderem Ankerbojen, an denen  man sich mit Bug voran im Kreis und gut abgefendert festmacht.

Moderne Capitanerie, aber  ein liebevoll per Hand angefertigter Wetterbericht.

 

Hoedic - ein beschauliches kleines Inselchen mit einer recht guten Infrastruktur

Im Les Cardinaux haben wir sehr gut gegessen. Neben der Plat de jour, einem Fleischspieß mit hausgemachten, wirklich leckeren Frites und einer schmackhaften Soße für den Smutje gab es für den Nautischen Offizier Seelachs mit Quinoa und zum Nachtisch Café Gourmand, das alles bei einer tollen Stimmung mit Blick auf's Meer.

Impressionen von  der Insel Hoedic

Abenteuerlich später der Weg zurück zum Dinghi.  Erst geht es vorbei am alten Fort,  dann am weißen  Strand entlang und zum Schluß sind wir noch über hohe Felsen geklettert.

Am Schiff angekommen wird sich erstmal mit dem von der Sonne aufgewärmten Wasser aus unserer mobilen Dusche erfrischt.

Für die Nacht wird  starker Wind aus Nord angekündigt, wir bleiben dennoch an unserem Ankerplatz.

Dies stellt sich als Fehler heraus.

Hohe Wellen schütteln La Primera und somit machen wir kein Auge zu.

Erst kurz vor 4 Uhr gibt es mal für knappe 2 Stunden ein wenig Ruhe, bevor uns  dann  gegen 6.30 Uhr unser Weg weiter zur 

Île d'yeu führt.

Nun sieht die See wieder so friedlich aus...

Auf der Suche nach einer geeigneten Ankerbucht gegen NO-Wind kommen wir vorbei an einer mittelalterlichen Burg auf der Île d'yeu, aber hier ist kein guter Ankergrund: Felsen.

Geschützt gegen NO finden wir einen sicheren Ankerplatz am Strand in der Anse des Vielles südöstlich der Insel.

Und schon geht es auf Entdeckertour.

Mit unserem Dinghi fahren wir Richtung Strand und machen dort im "Hafen" fest.

So richtig weiß sich Île d'yeu nicht einzuordnen, Bretagne oder doch schon Pays de la Loire? Vom Herzen her fühlen sie sich wohl eher bretonisch.

Unsere Wanderung führt uns vorbei an nunmehr weiß gestrichenen Häusern mit meist blauen Fensterläden und roten Dachziegeln. Das Bild hat sich stark geändert, eher schon mediterran.

Ein wenig ist hier die Welt stehengeblieben, viele alte französische Autos wie die gute alte Ente oder  der R4 begegnen uns.

Wir wandern bis in den Norden zum Port Joinville.

Mit dem Bus geht es dann für 2,00 Euro/Person zurück nach La Croix.

Wir haben wieder mal ein schönes Eiland kennenlernen dürfen.

 

oder

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Kommentare: 2
  • #1

    Immensen (Dienstag, 16 Juli 2019 07:43)

    Eine Stunde beste Unterhaltung, wie schon gewohnt, sehr informativ. Das macht Lust auf mehr. Danke Geli!
    Liebe Grüße
    Chris + Wil

  • #2

    Micha und ich (Dienstag, 16 Juli 2019 16:55)

    Hallo ihr Lieben,
    es ist immer wieder schön eure Reiseberichte zu lesen. Es sind wieder sehr schöne Bilder.
    Wir sind froh, dass das gute Essen euch nicht bei der Seefahrt verloren gegangen ist.
    Weiterhin eine gute Fahrt und viele spannende Eindrücke:
    Liebe Grüße Micha und Dolli